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Verfasst am 01.06.2022 um 14:10 Uhr

Zeigerpflanzen im Garten  

Und was sie uns verraten können    

Die Wilde Möhre weist auf einen stickstoffarmen Boden hin.

Nicht immer ist eine aufwendige Analyse unseres Bodens nötig, wenn wir uns unseren Garten einmal genauer anschauen und sogenannte Zeigerpflanzen finden. Sie geben uns Anhaltspunkte über vorhandene Nährstoffe, die Bodenfeuchtigkeit und weitere Parameter. Wir müssen die Pflanzen nur zu deuten lernen.


Zeigerpflanzen sind häufig Wildpflanzen, die durch ihre ganz bestimmten Ansprüche bevorzugt auf bestimmten Bodenarten wachsen. In der Tabelle unten sind wichtige Bodeneigenschaften mit den am häufigsten auftretenden Zeigerpflanzen zusammengefasst. Schauen Sie sich einmal Ihren Garten genauer an und treffen Ihre Schlussfolgerungen.

Was uns Pflanzen über den Boden verraten: Nährstoffgehalt, Bodenreaktion, Zustand


Bodenzustand
Zeigerpflanze
Stickstoffreich
Brennnessel, Giersch, Melde, Vogelmiere
Stickstoffarm
Mauerpfeffer, Wilde Möhre, Weißklee, Hundskamille
Nasser Boden / schwerer Boden
Ampfer, Minze, Huflattich, Ackerschachtelhalm
Verdichteter Boden
Kriechender Hahnenfuß, Gemeine Quecke, Ackerschachtelhalm, Breitwegerich
Trockener Boden / leichter Boden
Kleiner Storchenschnabel, Färber Kamille, Kornblume, Blauer Natternkopf
Saurer Boden
(pH-Wert unter 7)
Ackerminze, Färber Kamille, Sauerampfer, Schachtelhalm
Alkalischer Boden
(pH-Wert über 7)
Acker Senf, Vogelmiere, Leinkraut, Hahnenfuß
Bodenversalzung
Melde
Jahreszeitbestimmung
Forsythie (Frühling), Aster (Herbst)


Schlussfolgerungen zu benannten Zeigerpflanzen

Ein hoher Stickstoffgehalt bedeutet, dass vor allem Starkzehrer gut gedeihen können. Der Boden muss nicht zusätzlich gedüngt werden.


Stickstoffarme Böden brauchen vermehrt organische Substanz wie z.B. guten Kompost. Jede Pflanze benötigt ausreichend Stickstoff, um gedeihen zu können. Die meisten Kulturpflanzen haben oft einen besonders hohen Bedarf. Manche Schwachzehrer können sehr gut auf stickstoffarmen Böden gedeihen. Einige mediterrane Kräuter oder Blumenwiesen bevorzugen sogar humus- und stickstoffarme Böden.

Schwere oder verdichtete Böden haben einen hohen Tongehalt. Das bedeutet, viele der Bodenpartikel gehören zu der kleinsten Größenfraktion. Dadurch entstehen winzige Feinporen, welche nur wenig Sauerstoff in den Boden lassen. Die kleinen Partikel sind stark miteinander verbunden, wodurch es vielen Pflanzenwurzeln schwerfällt, sich durch den festen Boden vorzuarbeiten.

Vorteilhaftkann die hohe Speicherfähigkeit aber durchaus sein: An den kleinen Partikeln können sich viel leichter Nährstoffe und organische Substanz binden, wodurch weniger Dünger ausgewaschen wird. Zudem muss weniger gegossen werden, da das Wasser länger im Boden gehalten werden kann. Durch den höheren Wassergehalt erwärmt sich der Boden allerdings auch viel langsamer im Frühjahr, und die Kulturen können erst später in den Boden.

Brennesseln weisen auf einen stickstoffreichen Boden hin.

Boden aufbereiten
Um den Boden für Gemüsepflanzen aufzubereiten, sind folgende Maßnahmen nötig: Untermischen von Sand, Kompost, Stroh oder Schnittresten. Aufbau einer Mulchschicht. Gründüngung (Klee, Lupinen, Phacelia) ausbringen. Die Frostgare (tiefes Umgraben im Herbst, Frost „sprengt“ den Boden), nur im äußersten Notfall, da das Bodenleben gefährdet wird.


Bei einem sandigen Boden sind die Bodenpartikel relativ groß. Der Boden rieselt zwischen den Fingern hindurch. Mit diesem einfachen Bodentest können Sie sich vergewissern, ob die Einschätzung richtig ist. Sandiger Boden bietet einige Vorteile: Der lockere Boden lässt sich das ganze Jahr gut bearbeiten, es tritt kaum Staunässe auf und im Frühling erwärmt sich der Boden schnell. Jedoch kann der Boden das Wasser weniger gut speichern, da es durch die großen Poren schnell versickert. Organische Substanz kann sich kaum an die großen Partikel binden, wodurch der Boden recht nährstoff- und humusarm ist. Für viele Gemüsearten ist das nicht der richtige Boden, für einige Kräuter ist der Standort hingegen optimal. Um doch Gemüsepflanzen anbauen zu können, sind folgende Bodenverbesserungsmaßnahmen nötig: Organisches Material (Kompost, Mist) einarbeiten. Gründüngung (Klee, Phacelia) ansäen, eine Mulchschicht (Stroh, Schnitt der Gründüngung) aufbringen, Lehm und Gesteinsmehl einarbeiten.


Manche Böden sind von Natur aus sauer. Sauer bedeutet, dass der pH-Wert des Bodens niedrig ist. Oft hängt das mit dem Kalkgehalt zusammen. Ist wenig Kalk im Boden vorhanden wird dieser schneller sauer. Kalk wirkt sich im Umkehrschluss also basisch auf den Boden aus. Allerdings kann der Boden auch durch Umwelteinflüsse versauern. Der pH-Wert ist ausschlaggebend für die Aufnahme von Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium. Gut löslich sind die meisten, wenn der pH-Wert zwischen 6 und 8 liegt.

In saureren Böden, bei einem pH von etwa 4–5,5 lösen sich die Nährsalze weniger gut. Dafür lösen sich Metalle wie Eisen, Kupfer, Zink, Mangan oder Bor besser, was z.B. für säureliebende Pflanzen wie Rhododendron oder Blaubeeren eine große Rolle spielt.


Kalkreiche Böden haben einen hohen pH-Wert (über 7). Viel Kalk in Böden sorgt dafür, dass die Nährsalze im Wasser gelöst werden, wodurch es schnell zu Auswaschungen kommt. Deshalb sind kalkhaltige Böden eher nährstoffarm. Bei Pflanzen, die auf ihnen wachsen, kann es zu Mangelerscheinungen wie Chlorose oder Stippe kommen, was auf die fehlenden Nährstoffe zurückzuführen ist. Deshalb ist auch ein zu kalkhaltiger Boden für einige Pflanzen problematisch.

Eine Bodenversalzung ist für die meisten Pflanzen im Garten sehr problematisch, und es sollte versucht werden, durch eine stärkere Wässerung die Salze wieder auszuwaschen.


Sven Wachtmann, Vorstandsmitglied für Fachberatung

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